Kenntnisse im Lebenslauf: konkrete Angaben statt leerer Schlagwörter
Wählen Sie Kenntnisse nach der angestrebten Aufgabe aus. Entscheidend ist nicht die Länge der Liste, sondern ob der Leser erkennt, womit Sie praktisch arbeiten können. Die Rubrik „Kenntnisse“ kann Software, Sprachen, Verfahren und relevante Zusatzqualifikationen enthalten.
- Software und EDV
- Statt „MS Office: sehr gut“: „Excel: Pivot-Tabellen, Filter und monatliche Auswertungen; Word: Serienbriefe“. Nur Funktionen nennen, die Sie tatsächlich beherrschen.
- Sprachen
- „Englisch: B2, regelmäßige schriftliche Kundenkontakte“. Ein Niveau sollte zu Ihrer tatsächlichen Fähigkeit passen. Zertifikate zusätzlich mit Bezeichnung und Datum aufführen.
- Fachwissen
- „Auftragsabwicklung: Angebot, Auftrag und Lieferterminpflege im ERP-System“. Benennen Sie den Prozess und Ihren eigenen Anteil.
- Weiterbildung
- „2025 · Excel-Aufbaukurs · Beispiel Akademie“ ist als Formulierungsmuster gedacht. Übertragen Sie nur tatsächlich absolvierte Kurse und kennzeichnen Sie laufende Weiterbildungen.
Wie gehe ich mit Grundkenntnissen um?
Grundkenntnisse sind kein Makel. Schreiben Sie beispielsweise „SQL-Grundkenntnisse aus einem Hochschulprojekt“ und beschreiben Sie die Anwendung. Vermeiden Sie „Experte“, wenn Sie ein Programm nur kurz ausprobiert haben. Eine ehrliche Einordnung erleichtert ein passendes Gespräch.
Welche Fähigkeiten gehören nicht in diese Rubrik?
Allgemeine Eigenschaften wie „zuverlässig“ oder „teamfähig“ werden überzeugender durch Aufgaben und Engagement sichtbar. Aus einem Hobby allein lässt sich keine belastbare Aussage über Persönlichkeit oder Eignung ableiten. Eine gesonderte Qualifikationsprofil-Vorlage kann bei umfangreicher Spezialerfahrung ergänzen; die wichtigsten Kenntnisse sollten trotzdem direkt im Lebenslauf erkennbar sein.
Kostenlose Lebenslauf-Vorlagen als Word und PDF helfen bei der Umsetzung. Ein Muster ist eine Orientierung: Verwenden Sie ausschließlich Ihre eigenen, zutreffenden Angaben.
Inhaltlich ergänzt durch die IPSER-Redaktion am 7. September 2026. Die bisherigen Erläuterungen und Beispiele folgen darunter.
Die wichtigsten Säulen des Lebenslaufs haben wir ja in den vergangenen Tagen erklärt. Übrig geblieben sind Hobbys und weitere Fähigkeiten. Beginnen wir mit den Dingen, die durch Dokumente belegt werden können. Meist wird dafür im Lebenslauf eine gesonderte Rubrik erstellt. Denkbar dafür sind Titel wie „Zertifizierungen“ – Zusatzqualifikationen“ – „Weitere Fähigkeiten“ oder „Sonstige Qualifikationen“. Sollen diese Angaben wirklich in den Lebenslauf oder sollte man dafür lieber eine gesonderte Anlage erstellen? Das kommt auf den Einzelfall an.
Weitere Fähigkeiten im Lebenslauf
Wir sind der Auffassung, dass ein Lebenslauf eine bestimmte Länge nicht überschreiten sollte. Haben Sie also schon einen recht langen Lebenslauf und dann vielleicht auch noch etliche Qualifikationen, die Sie unterbringen möchten, dann empfehlen wir Ihnen, ein gesondertes Dokument zu erstellen.
Wenn Ihr Lebenslauf von Hause aus kurz und überschaubar ist, dann können Sie einige wenige Zusatzqualifikation auch dort unterbringen. Es ist also eine Frage der Verhältnismäßigkeit und Ihre freie Entscheidung.
Wir können es gar nicht oft genug sagen: Versetzen Sie sich bitte in die Rolle des Personalchefs, der Ihre Bewerbung liest. Schon werden Sie merken, an welchen Stellen es vielleicht anstrengend und mühselig wird. Vermeiden Sie bitte:
- Lange Fließtexte
- Wiederholungen an mehreren Stellen
- Unwichtige Angaben
- Fakten, die nicht berufsrelevant sind
Kurz und gut: Haben Sie viele Qualifikationen, Zertifizierungen und/oder weitere Fähigkeiten, erstellen Sie bitte eine gesonderte Anlage zu Ihren Bewerbungsunterlagen. Sie laufen sonst Gefahr, dass wichtige Dinge in einem sehr langen Lebenslauf untergehen könnten.
Besonders empfehlenswert ist es, diese gesonderten Qualifikationen selbst noch einmal zu beurteilen und zu spezifizieren. Beschreiben Sie den tatsächlichen Kenntnisstand und die praktische Anwendung; eine pauschale Schulnote ist ohne Kontext wenig aussagekräftig. (Sehen Sie sich dazu gern unsere Muster für Qualifikationsprofile an)
Hobbys im Lebenslauf
Ihre Hobbys, das ist oft ein wichtiger Teil Ihres Lebens. Vorab: Es ist keine Vorschrift, Hobbys im Lebenslauf zu erfassen. Durch Ihrer Hobbys können Sie aber selbst beurteilt werden. Hobbys lassen Rückschlüsse zu und sie können sich negativ oder positiv auf Ihre Bewerbung auswirken.
Nehmen wir ein Beispiel: Sie sind seit Jahren engagierter Fußballspieler, trainieren regelmäßig und treten zu Spielen an.
Positiv daran ist, dass Sie anscheinend ein Teamplayer sind, der über Kondition und Engagement verfügt.
Negativ ist ein potentielles Verletzungsrisiko, das zu Arbeitsausfällen führen könnte.
Positiv oder negativ? Was überwiegt, entscheidet in solchen Fällen sicher persönliches Empfinden und Erfahrungswerte. Hobbys wie Fallschirmspringen oder Freeclimbing deuten sicher auf Sportlichkeit hin, sind aber sehr riskant.
Sie lesen gern? Fernsehen und kochen gehört zu Ihren Leidenschaften? Lesen und Fernsehen – das sind zwei Hobbys, die man überwiegend allein ausübt. Daraus lässt sich keine verlässliche Aussage über Teamfähigkeit oder Persönlichkeit ableiten.
Kochen könnte dagegen auf Kreativität deuten und ist eine Aktivität, die man gern mit Freunden und Familie ausübt.
Sie sehen, alles will im Lebenslauf wohl überlegt sein. Machen Sie sich Gedanken und lassen sich ausreichend Zeit!
Sind Ihre Angaben vollständig? Die Lebenslauf-Muster als Word und PDF helfen Ihnen, die Abschnitte in einem bearbeitbaren Dokument zusammenzuführen.