Die Wirtschaftslage in Deutschland ist gut, die Rentenkassen konnten hohe Rücklagen bilden. Außerdem ist die wirtschaftliche Prognose für 2015 positiv  und nicht nur aus diesen Gründen kündigt Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) an, dass die Beiträge zur Rentenversicherung im kommenden Jahr sinken werden. Geplant für die Änderung ist Pressemeldungen zufolge der 1. Januar 2015.

Der Rentenversicherungsbeitrag soll von derzeit 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent sinken. Diese Senkung von 0,2 Prozent bedeutet, dass die Beitragszahler um insgesamt rund 2 Milliarden Euro entlastet werden. Und dass die Rentenkassen eben diese 2 Milliarden nicht einnehmen…..
(Nur als kleines Beispiel – Bei einem Bruttoverdienst von 4.000,– Euro reden wir von 8,– Euro)

Nach den gesetzlichen Vorgaben zur so genannten „Nachhaltigkeitsrücklage“ muss eine Senkung des Rentenbeitrages erfolgen, wenn die Rücklagen mehr als 1,5 Monatsausgaben betragen.

Zum Jahresende wird mit einem Polster in den Rentenkassen in Höhe von 33,5 Milliarden gerechnet (das wären 1,82 Monatsausgaben) und das, obwohl die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente erweitert worden sind. Würde der Beitragssatz so bestehen bleiben, wie er derzeit ist, läge Hochrechnungen zufolge am Ende des Jahres 2015 die Nachhaltigkeitsrücklage bei 1,7 Monatsausgaben.

Übrigens:
Die „Nachhaltigkeitsrücklage“ hieß bis zum Jahr 2003 „Schwankungsreserve“, sie wird gebildet aus überschüssigen Betriebsmitteln und Rücklagen. Durch sie können Defizite gedeckt  und konjunkturell bedingte Schwankungen in den Zahlungen ausgeglichen werden. Jeweils am Monatsende melden die Rentenversicherungsträger dem Bundesversicherungamt die Nachhaltigkeitsrücklage. Im Dezember wird meist durch Sonderzahlungen, wie das Weihnachtsgeld ein Jahreshoch erreicht.

Zum Vergleich:
2005 betrug die Nachhaltigkeitsrücklage 1,7 Milliarden Euro, was 0,1 Monatsrücklage bedeutete.
2008 waren es 15,7 Milliarden Euro, damit wurde 1 Monatsrücklage erreicht.

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