Das Statistische Bundesamt hat beruhend auf Angaben der Online-Datenbank Eurostat (23.4.2015) die Arbeitskosten je geleisteter Stunde in den EU-Staaten für das Jahr 2014 ermittelt.

Was versteht man unter „Arbeitskosten“?  Zu dieser Berechnung werden der Bruttolohn und die Lohnnebenkosten heran gezogen, also die Kosten, die ein Arbeitgeber insgesamt für Löhne und Gehälter aufbringen muss.
Zu den Lohnnebenkosten zählen: Gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung. Von diesen Beiträgen tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte.
Hinzu kommen für den Arbeitgeber die Gesetzliche Unfallversicherung, sowie ggf. die Umlagen U1, U2 und U3 sowie andere nicht gesetzlich vorgeschriebene und freiwillige soziale Leistungen.

Zu berücksichtigen sind außerdem die Aufwendungen für bezahlte Abwesenheit (Krankheit, Urlaub,Feiertage).
Das bedeutet, dass vom Bruttolohn allein aufgrund der gesetzlichen Vorgaben vom Arbeitgeber bis zum Erreichen
der Beitragsbemessungsgrenze folgende Beiträge abzuführen sind.

Beispiel Berechnung:

KostenArbeitgeberArbeitnehmer
Bruttolohn  2.000,00 Euro    2.000,00 Euro
Rentenversicherung   18,70 %     187,00 Euro       187,00 Euro
Krankenversicherung   14,60 %     146,00 Euro       146,00 Euro
Arbeitslosenversicherung     3,00 %       30,00 Euro         30,00 Euro
Pflegeversicherung°     2,35 %       23,50 Euro         23,50 Euro
Zuschl.Pfl-Vers.für Kinderlose über 23 Jahre     0,25 %       00,00 Euro
Insolvenzumlage     0,15 %         3,00 Euro         00,00 Euro
  2.389,50 Euro

°In Sachsen abweichend

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Hier wurde nach verarbeitendem Gewerbe und Privatwirtschaft differenziert.
Während in Deutschland (Platz 8) im Bereich der Privatwirtschaft  im Jahr 2014 im Durchschnitt 31,80 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde aufgewendet werden mussten, waren es in Dänemark 42,00 Euro und in Bulgarien 3,80 Euro.
Im Verarbeitenden Gewerbe schlägt in Deutschland eine Arbeitsstunde mit 37,00 Euro zu Buche. Bei der Ermittlung der Lohnnebenkosten bewegt sich Deutschland im mittleren Bereich des EU-Vergleiches.

*Foto: © M. Schuppich@fotolia.com
** Unsere  Angaben werden sorgfältig recherchiert, dennoch besteht kein Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit!