Bis zu 50.000 Jugendliche verlassen jährlich die Schule ohne Schulabschluss – ein großer Teil von ihnen wird eventuell auch keinen Ausbildungsplatz finden und der Weg in die Arbeitslosigkeit scheint vorprogrammiert.
Im Gegenzug dazu sind derzeit noch zahlreiche Ausbildungsstellen auf dem Markt, die auf geeignete Bewerber warten. Deshalb sollte man noch nicht die Flinte ins Korn werfen und aufgeben!

Das Schuljahr endet in den nächsten Wochen und wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte sich jetzt intensiv auf die Suche machen. Gibt man bei „Google“ den Suchbegriff „Ausbildung 2015“ ein, bekommt man über 64 Millionen Suchergebnisse angezeigt. Reduziert man die Suchoptionen auf den letzten Monat bleiben 4.470.000 Ergebnisse übrig.

Bei der Bundesagentur für Arbeit haben sich zwischen Oktober 2014 und Mai 2015 rund 464.000 Bewerber als ausbildungsplatzsuchend gemeldet – 454.000 Ausbildungsplätze stehen dem gegenüber bundesweit zur Verfügung. Das klingt zuerst einmal gut, man muss aber regionale Unterschiede berücksichtigen und dass es in einigen Berufen nicht wirklich einen Ansturm auf eine Ausbildung gibt.

Zuerst sollte gut durchdacht werden, welche Ausbildung man anstreben will. Fast 60 Prozent der Ausbildungen, die abgebrochen werden, werden nämlich von den Auszubildenden selbst beendet und rund ein Drittel der Kündigungen erfolgt im gegenseitigen Einvernehmen.
Die Gründe dafür sind vielfältig – an erster Stelle stehen innerbetriebliche Probleme, gefolgt von gesundheitlichen Gründen und ein Drittel der Auszubildenden bereuen ihre Berufswahl.

Was kann man tun und was sollte man berücksichtigen?
Praktika können einer Fehlentscheidung vorbeugen, denn hierdurch können theoretische Vorstellungen über einen Beruf gefestigt oder verworfen werden.
Es gibt in nahezu jedem Beruf Routine und Alltag, daran muss man denken.
Wer nach dem Schulabschluss noch so gar nicht weiß, wo der Weg hinführen soll, darf auf keinen Fall erst einmal ein Jahr Auszeit nehmen. So etwas stößt kaum auf Verständnis bei künftigen Arbeitgebern. Nach Beendigung der Vollzeitschulpflicht könnte man diverse Praktika absolvieren, ein freiwilliges soziales Jahr machen oder beim Bundesfreiwilligendienst tätig werden.

Man sollte bei Problemen während der Ausbildung zuerst einmal versuchen, Abstand zu gewinnen und die unbehaglichen Situationen zu analysieren. Wer vollkommen unglücklich in seiner Situation ist, sollte das Gespräch suchen. Mit Eltern, Freunden und Vorgesetzten – vielleicht lässt sich etwas korrigieren.
Wer wirklich die Ausbildung beenden will/muss, tut gut daran, vor einer Kündigung eine Alternative zu haben.

Die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz hat die gleichen Voraussetzungen, wie eine Bewerbung um eine Arbeitsstelle.
Hier die Basics:

  • Die Bewerbung besteht aus einem Anschreiben, dem Lebenslauf mit Foto und der Kopie des Abschlusszeugnisses. Wer möchte, kann ein Deckblatt hinzufügen.
  • Das Bewerbungsfoto sollte kein Freizeitfoto sein oder aus einem Automaten stammen, sondern vom Fotografen aufgenommen worden sein.
  • Das Anschreiben besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schlussteil. Es wird nicht extrem ausführlich gestaltet, soll aber neugierig machen.
  • Der Lebenslauf wird tabellarisch erstellt und chronologisch aufsteigend. Hier finden neben der Schulbildung Praktika, sonstige Kenntnisse und Hobbys ihren Platz.
  • Es dürfen in keinem Teil der Bewerbung Rechtschreibfehler enthalten sein.
  • Bei einer Bewerbung per E-Mail sollten die Unterlagen als pdf versendet werden und eine bestimmte Dateigröße nicht überschreiten.
  • Die Bewerbung per Post muss ausreichend frankiert sein – wer seine Unterlagen zurückhaben möchte, sollte einen frankierten Rückumschlag beilegen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Ausbildungsplatzsuche!

 

*Foto: ©klickerminth@fotolia.com