Sie lieben Rätsel und Knobelaufgaben?
Es macht Ihnen Freude, Probleme durch intensives Nachdenken, Hinterfragen und mit einer guten Portion Logik zu lösen?
Sie sind kreativ?
Dann haben Sie gute Chancen, wenn mit Brainteaser-Fragen im Jobinterview konfrontiert werden.

Wie wäre es hiermit:
„Wie viele Blätter hat ein Baum?“
Das ist eine so genannte „Fermi-Frage“ (benannt nach dem Kernphysiker Enrico Fermi), für die es keine wirkliche Lösung gibt. Wichtig ist bei diesen Fragen die Herangehensweise, sprich das Einkreisen einer möglichen Lösung. Getestet werden damit unter anderem Ihre analytischen Fähigkeiten.
Man könnte überlegen, wie viel große Hauptäste vom Baumstamm abgehen, wie hoch die Zahl der kleinen Zweige ist und wie viel Blätter an den vielen kleinen Zweiglein sind. All das wird nach Schätzung und Erfahrung kalkuliert und berechnet. So kann man eine mögliche Lösung finden. Aber wie schon gesagt: Ein korrekter Wert wird gar nicht erwartet, sondern der Weg ist das Ziel!

Nett ist auch die Frage: „Wenn eineinhalb Hühner an eineinhalb Tagen eineinhalb Eier legen, wie viele Eier legt ein Huhn an einem Tag?“ Was meinen Sie?*

  • Wissen Sie, wie schwer Manhattan ist? 
  • Oder wie viel Luftballons in einen Raum passen? 
  • Und wie viel Smarties man in einem Smart unterbringen kann?

Solchen Herausforderungen muss man sich ab und an in Bewerbungsgesprächen stellen. Wie Sie damit umgehen, lässt unter anderem Rückschlüsse auf Ihr Verhalten in Stresssituationen zu und kann aufzeigen, wie strukturiert Sie mit scheinbar unlösbaren Problemen umgehen. Wichtig ist nicht unbedingt das richtig oder falsch, sondern meistens Ihr Verhalten. (*Bei der Hühnerfrage gibt es natürlich eine richtige Lösung, wenn man den Dreisatz anwendet.)

Brainteaser sind übrigens Denksportaufgaben bzw. Rätselaufgaben. Der Begriff setzt sich aus „Brain“ = „Gehirn“ und „to tease“ = herausfordern zusammen. Man stellt sich also einer Herausforderung für das Gehirn, um solche Knobelaufgaben zu lösen.

Falls Sie Bedenken habe, sich diesen oder ähnlichen Herausforderungen zu stellen, wird es Sie vielleicht beruhigen, wenn Sie wissen, dass unser Gehirn auf solche Aufgaben trainiert werden kann. Studien belegen, dass durch „Gehirnjogging“ bzw. „Braintraining“ oder auch „Braintuning“ bei gesunden Menschen eine deutliche Verbesserung der Merkfähigkeit und der Informationsgeschwindigkeit erreicht werden kann.

*Die mathematische Lösung für die Hühnerfrage ist übrigens, dass in unserem Beispiel ein Huhn (jedenfalls theoretisch) 2/3 Eier pro Tag legt. Wie man das mit den halben Hühnern und den gedrittelten Eiern hinbekommt, das ist der kreative Teil der Aufgabe  😉

*Foto: ©RVNW@Fotolia.com