Der Schwerpunkt des Interesses bei der Beschäftigung von Migranten in Deutschland liegt derzeit bei der aktuellen Flüchtlingssituation.
In den Hintergrund rücken dabei allerdings die Interessen der schon länger hier lebenden Migranten. Wie eine Analyse des WSI (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut) zeigt, haben nicht nur Einwanderer der ersten und zweiten Generation schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Menschen ohne Migrationshintergrund.
Grundlage der Analysen ist der Mikrozensus, basierend auf der Erhebungswelle 2012.
Abgesehen von diversen anderen Faktoren sind demnach vor allem Migranten von Diskriminierung betroffen. Besonders hoch sei hierbei der Anteil der türkischstämmigen Migranten und der Einwanderer aus Drittstaaten. Auch in Bezug auf den beruflichen Status und Arbeitslosigkeit zeichnet sich diese Tendenz ab.

Selbst bei hochqualifizierten Einwanderern aus den beiden vorgenannten Gruppen sind die Chancen auf eine entsprechend ihrer Ausbildung adäquate Beschäftigung deutlich niedriger als bei Menschen ohne Migrationshintergrund. Einwanderer aus Nord- und Westeuropa sind dagegen wohl von diesen Problemen kaum betroffen.
Insgesamt liegt die Erwerbslosenquote bei Migranten bei ca. 10 Prozent, sie ist damit fast doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung.

Auch bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen wurde in mehreren Studien eine Diskriminierung belegt. Nach einer Erhebung haben 60 Prozent der Ausbildungsbetriebe noch nie einen Ausbildungsplatz an jungen Menschen mit Migrationshintergrund vergeben. Meistens sei die Angst vor sprachlichen und kulturellen Barrieren dafür Ausschlag gebend, heißt es.

Im Jahr 2013 hatten nach Erhebungen des Statistischen Landesamtes 16,5 Millionen Menschen Migrationshintergrund. Deutschland zählt zu den beliebtesten und attraktivsten Migrationszielen.

Die Wissenschaftler des WSI regen an, die Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt von Menschen mit Migrationshintergrund deutlich zu fördern. Nicht vernachlässigt werden dürften dabei neben den Problemen der Neuzuwanderer die Menschen, die schon lange in Deutschland leben, also die Einwanderer der ersten und zweiten Generation.

Als Menschen mit Migrationshintergrund werden diejenigen Menschen (und deren Nachkommen) bezeichnet, die seit 1949 aus einem anderen Staat eingewandert sind. Hierbei handelt es sich nur um eine grobe Definition, es gibt dafür noch diverse andere Merkmale.
Als Migranten der ersten Generation werden zugewanderte Ausländer bezeichnet. Zur zweiten und dritten Generation zählen in Deutschland geborene Ausländer. Weiterhin werden Spätaussiedler zu den Menschen mit Migrationshintergrund gezählt, ebenso eingebürgerte, zugewanderte Ausländer und Personen mit mindestens einem zugewanderten Elternteil oder Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

 

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