Eltern wollen für ihre Kinder im Prinzip immer das Beste und dazu gehört auch ein gesicherter Lebensunterhalt. Der Nachwuchs soll einmal einen Beruf haben, der ihnen Spaß macht, ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht und ihnen durch den Verdienst ein schönes Leben ermöglicht.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen oft ein ganzes Stück auseinander, nicht aus jedem ABC-Schützen kann ein Akademiker werden und der Traum mancher Eltern, die ihr Kind im weißen Arztkittel durch die Krankenhausgänge flitzen sehen, platzt wie eine Seifenblase.

Wie sieht es im Moment bei unseren Schulabgängern aus? Immer mehr Jugendliche wählen den Weg ins Studium, doppelt so viele wie vor 15 Jahren drängen in die Hörsäle. Das ermittelte kürzlich eine Studie des IAB. Dagegen sind derzeit Ausbildungsplätze in manchen Ausbildungsberufen für das kommende Ausbildungsjahr immer noch nicht besetzt.
Nach Angaben der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände kann man davon ausgehen, dass 400.000 Jugendliche ein Studium beginnen wollen und 710.000 Schulabgänger ihren Platz in einer dualen Ausbildung finden werden. Unter einer „dualen Ausbildung“ versteht man übrigens, dass eine betriebliche Ausbildung mit einer schulischen Ausbildung (Berufsschule) kombiniert wird. Die Dauer liegt meist bei 3 oder 3,5 Jahren.

Handwerksmeister beklagen eine abnehmende Wertschätzung ihrer Berufe, während gleichzeitig andere Stimmen mahnen und einen Fachkräftemangel im akademischen Bereich befürchten. Zu diesen und ähnlichen Ergebnissen kamen am 11. Mai auch die 400 Teilnehmer der „Nürnberger Gespräche“. Bei den Nürnberger Gesprächen kommen Experten aus Praxis und Wirtschaft zusammen, um aktuelle Themen des Arbeitsmarktes zu diskutieren. Veranstalter ist die Bundesagentur für Arbeit.
Von „Akademisierungswahn“ war ebenso die Rede wie von mangelnder Ausbildungsbereitschaft nicht nur für schwächere Jugendliche. (1,3 Millionen der 20- bis 29jährigen haben keinen Berufsabschluss.)

Im Endeffekt verhält es sich aber wohl wie mit allen Pauschalisierungen. Ein Fachkräftemangel und dadurch eine sehr gute Bezahlung sind überwiegend bei IT-Berufen und Ingenieuren zu finden, aber nicht alle Akademiker  werden es zu Reichtum und Wohlstand bringen.
Dagegen kann Handwerk immer noch den viel zitierten „goldenen Boden“ haben.

 

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