Lange konnte sich die Koalition über die angestrebte Frauenquote nicht einigen. Die verbalen Auseinandersetzungen titelten irgendwann als „Heulsusen-Streit“, denn in einem Interview war geäußert worden „Die Frau Familienministerin soll nicht so weinerlich sein, sondern sie soll den Koalitionsvertrag umsetzen, dann ist alles in Ordnung„. Von „einem unsäglich Macho-Spruch“ war daraufhin die Rede gewesen und von „schlechter Kinderstube“.

Nun gab es doch noch einen Konsens: Ab 2016 müssen 30 Prozent der Posten in den Aufsichtsräten bei 108 börsennotierten Unternehmen von Frauen besetzt werden.
Rund 3.500 mitbestimmungspflichtige oder börsennotierte Firmen sind angehalten, sich eigene Zielvorgaben in Bezug auf die Frauenquote in der Führungsebene zu setzen. Das beinhaltet auch Firmen des öffentlichen Bereichs.
Derzeit erfüllen übrigens sieben der derzeit im DAX als umsatzstärkste Unternehmen gelisteten Firmen die angestrebte Quote von mindestens 30 Prozent oder liegen deutlich darüber. Gemäß Statistiken der EU-Kommission sind 21,7 Prozent der Führungspositionen in deutschen Unternehmen von Frauen besetzt.

Was passiert, wenn ein Unternehmen die Frauenquote nicht erfüllt? Werden die Posten nicht dementsprechend von Frauen besetzt, bleiben diese Stühle leer, Ausnahmeregelungen wird es keine geben. Das gilt auch dann, wenn keine geeignete Bewerberin gefunden werden sollte.

Am 11. Dezember soll das Gesetz endgültig verabschiedet werden.

Es gibt etliche Argumente für oder gegen eine gesetzliche vorgeschriebene Frauenquote. Befürworter wollen zum Beispiel damit die Gleichstellung der Frauen (nicht nur in Führungspositionen) erreichen, während Gegner argumentieren, dass man eine solche Vorgabe negativ auslegen könne. Und zwar in der Form, dass Frauen höhere Posten nicht aufgrund ihrer Qualifikation erhalten, sondern um die Quote zu erfüllen.

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