Wir schreiben „zwenty-sechzehn“ oder auch „zwanzig-sexteen“. Um genau zu sein, ein neues Jahr – nämlich 2016. Während die Straßen der Großstadt noch Spuren der Silvesterfeiern tragen, ist im Büro schon nach kürzester Zeit der Alltag eingekehrt. Der Chef wuselt durch die Räume, als gäbe es kein Morgen. Und er hat wieder eine neue Idee.

An Silvester werden bekanntlich oftmals gute Vorsätze gefasst und Studien zufolge scheitern die meisten davon. Unser Chef hat sich nun überlegt, dass er Prämien ausloben will für das Einhalten von (wirklich guten) Vorsätzen. Unsere Azubine Sara hätte da für sich spontan die Idee, dass sie statt dreimal in der Woche nur noch einmal wöchentlich zu spät kommen will. Sie würde das wenigstens versuchen wollen. Dieser kreative Einfall wird sofort abgeschmettert. Abgesehen davon, dass sie für eine Selbstverständlichkeit belohnt werden will, soll der Ablauf für den Grundgedanken des guten Vorsatzes völlig anders als gewohnt verlaufen. Man kann nämlich nicht für sich selbst entscheiden, was man künftig tun oder lassen will.

Ähnlich wie beim Julklapp zieht jeder von uns den Namen eines anderen Kollegen aus einer Lostrommel und soll sich Gedanken darüber machen, welcher gute Vorsatz für diesen wirklich dienlich sein könnte. Kollege Otto hat wie fast immer etwas auszusetzen und brabbelt vor sich hin “Wie kann man nur auf solch eine Idee kommen, da fällt mir sowieso nichts ein!“, während wir anderen das Ganze gar nicht so schlecht finden. Unser Chef bittet sich Ernsthaftigkeit aus und erwartet innerhalb von einer Stunde unsere Vorschläge. Er reicht den Topf mit den Namenslosen herum, nimmt sich selbst einen Zettel und verabschiedet sich zu einem Außentermin.

Es ist ein wenig wie Weihnachten. Wir halten alle unsere Zettel in der Hand, falten sie ganz geheim und vorsichtig auseinander. Schließlich soll ja keiner mitbekommen, wer wem welchen guten Vorsatz beschert. Pepe grinst ganz breit in meine Richtung und tuschelt mit Sara. Ich ahne Böses. Für mich als Personalchefin stehen die Karten wahrscheinlich nicht ganz so gut, aber ich lasse mich überraschen. Mein Los verschwindet in meiner Jackentasche und ich begebe mich in mein Büro. Da wir uns im Betrieb alle recht gut kennen, sollte es kein Problem darstellen, für jeden einen guten Vorsatz zu finden, der ihm auch noch nützen könnte.
Ich nehme mir einen Kaffee und öffne das Los. Tja, wusste ich es doch – das wird einfach! „Jackpot“ jubele ich innerlich und bringe den guten Vorsatz zu Papier.

In der Frühstückspause verkündet unser Chef alle guten Vorsätze. Auf unseren Produktionsmitarbeiter Schmidt kommt einmal wöchentlich Rückentraining zu, von mir wird mindestens einmal am Tag erwartet, dass ich etwas Gesundes esse. Als letztes Los hat er den Vorschlag für sich selbst in der Hand. Er liest zuerst lautlos die wenigen Worte auf dem Stückchen Papier, runzelt die Stirn und schaut durchdringend in die Runde. Ein kurzes Räuspern, wir hängen gebannt an seinen Lippen.  Nicht wirklich gut gelaunt ist zu hören: „Rauchfrei ab Morgen – was andere schaffen, schaffen Sie auch!“
Er schaut jedem von uns tief in die Augen und verkündet „Dann lasst Euch mal eine Prämie für mich einfallen!“ und entschwindet.

Wir werden sehen, was aus allen guten Vorsätzen wird………Ich bin mir aber sicher: Wenn unser Chef durchhält, wird er eines Tages für diesen guten-Vorsatz-Vorschlag dankbar sein!

Ihre Heidi Initiativia

Einer Ihrer guten Vorsätze für das neue Jahr ist, eine neue Arbeit zu finden, die besser zu Ihnen und Ihrem Leben passt und die besser bezahlt wird? Dann setzen Sie diesen guten Vorsatz mit einer Initiativbewerbung mit IPSER um!