„Ein Schläfchen in Ehren kann niemand verwehren“, so könnte man ein altes Sprichwort abwandeln. Aber stimmt das wirklich? Kann und darf man jederzeit und überall ein kleines Nickerchen machen?

Genau das ist nämlich „Powernapping“: Ein kleines (Kraft)Schläfchen zwischendurch. Solch ein kurzer Tagschlaf soll die Konzentration und Energie fördern, was auch in vielen Studien belegt ist. Und nicht nur das. Die Herzgesundheit wird gefördert, der Serotoninspiegel wird erhöht und die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses gefördert. Sogar dem Gewicht soll solch ein Kurzschlaf – der idealerweise zwischen 20 und 30 Minuten dauert – zuträglich sein. Denn ausgeschlafene Menschen haben weniger Appetit auf Süßes und Fettiges. Länger als eine Stunde sollte man jedoch nicht schlafen, um nicht in eine Tiefschlafphase zu geraten.

In japanischen Unternehmen wird solch ein kleiner Mittagsschlaf den Mitarbeitern schon seit Längerem  in speziellen Ruheräumen ermöglicht. In vielen Ländern gehört die Siesta zum Arbeitsalltag und auch in den USA hat sich dieser Kurzschlaf während der Arbeitszeit in vielen Firmen durchgesetzt. Für NASA-Piloten ist Powernapping sogar vorgeschrieben.

Wie ist das hierzulande im Allgemeinen? Wie finden es Arbeitgeber und auch Kollegen, wenn man es sich in der Pause ein wenig bequem macht und schläft? Wer hat die Gelegenheit dazu?

Manchmal scheitert ein solcher Vorsatz schon an den örtlichen Gegebenheiten, wobei es auch in Deutschland schon einige Firmen gibt, die Ruheräume anbieten.
Zurück zu den Unternehmen, die dieses Angebot nicht haben, hier ergeben sich im Alltag Hürden bei der Umsetzung dieser persönlichen Auszeit:
Wer möchte schon zum Beispiel in einem Großraumbüro von anderen beim Schlafen beobachtet werden?
Auch die Akzeptanz bei den Kollegen und Vorgesetzten ist unter Umständen nicht sehr ausgeprägt, denn in den Köpfen vieler Menschen ist verankert, dass der Mittagsschlaf etwas für alte Menschen und kleine Kinder ist, nicht aber für Personen, die sich beweisen müssen und Leistung erbringen sollen. So wird man als „Mittagsschläfer“ schnell als faul und arbeitsunwillig abgestempelt.

Wie ist das arbeitsrechtlich? Darf man während der Mittagspause schlafen? Man darf, denn die Pausen sind private Zeiten und diese Pausen sind je nach Umfang der Arbeitszeit gesetzlich vorgeschrieben.
Natürlich kann und darf man nicht überall schlafen. Abgesehen von der Arbeitssicherheit, welche Außenwirkung hätte es wohl, wenn man in einem Büro mit Kundenkontakt hinter dem Schreibtisch ein Nickerchen hält? So etwas müsste natürlich auch der Chef nicht dulden.

Zusammengefasst kann man aber davon ausgehen, dass solch eine kleine Auszeit förderlich ist und gefördert werden sollte!

*Foto: ©Gina [email protected]