Was in den Niederlanden bereits gesetzlich verankert ist, wollen die Grünen nun auch in Deutschland für Angestellte durchsetzen: Das Recht darauf, im Homeoffice zu arbeiten. Der Politische Bundesgeschäftsführer der Grünen Michael Kellner erklärte, dass es Erwerbstätigen möglich sein solle, ihre Tätigkeit auszuüben „ohne sich ständig abzuhetzen“. Hierfür soll eine Regelung über das Arbeitszeitgesetz und die Gewerbeordnung erfolgen. Den Arbeitgebern soll ein Veto vorbehalten bleiben, wenn organisatorische Gründe bei bestimmten Berufen gegen solch eine Heimarbeit sprechen.

Von zuhause aus zu arbeiten, das klingt für viele von uns nahezu himmlisch. Man muss nicht frühmorgens bei Kälte oder Regen aus dem Haus, kann sich seine Zeit selbstbestimmt einteilen und ist ein wenig sein eigener Chef. Besonders Eltern können durch Heimarbeit einige Probleme weniger haben. Das Kind wird krank, die Kita streikt oder eine anderweitige Betreuung fällt aus – das setzt Mütter und Väter unter Druck und macht es mitunter völlig unmöglich, zur Arbeit zu gehen. Hier könnte Abhilfe geschaffen werden.
Während die einen frühmorgens arbeiten möchten, sind andere erst ab dem Mittag oder sogar am Abend besonders leistungsfähig. Man muss sich nicht extra frei nehmen, um einige Dinge zu erledigen, man kann vielleicht ein wenig länger schlafen und dann Pause machen, wenn man es selbst möchte. Privates und Berufliches können besser vereinbart werden.

Man muss aber auch einige Nachteile aufzählen. Zum Beispiel fehlt der Kontakt zu Kollegen. Wussten Sie schon, dass ein kleiner Plausch mit anderen in der Teeküche Motivation und Produktivität erhöht? Menschliche Nähe von Kollegen und Vorgesetzen ist für viele Arbeitnehmer wichtiger, als sie selbst denken.
Wer von zuhause aus arbeitet, muss ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin aufbringen und gut organisiert sein. Wer kennt ihn nicht, unseren inneren Schweinehund und wie schwierig es sein kann, ihn zu bezähmen?

Neben dem notwendigen gegenseitigen Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, sind weitere Punkte zu beachten:
Wie arbeitet man am produktivsten, gibt es vorgeschriebene Arbeitszeiten, welche Wertschätzung gibt es für den Heimarbeiter neben der monetären Entlohnung?
Noch etliche andere Dinge, die für das Arbeiten von zuhause aus wichtig sind, können/müssen geregelt werden.
Zum Beispiel

  • Arbeitsschutz, 
  • Regelung der entstehenden Kosten, 
  • gegenseitige Rechte und Pflichten, 
  • Kommunikationswege usw.

Auch Vorgesetzte müssen beim Modell „Homeoffice“ umdenken. Strukturen müssen angepasst werden, die Kommunikation ist neu zu regeln, man sollte sich mit dem Thema „Digitale Nähe“ auseinander setzen und eine Beziehungsebene finden.

Es gibt übrigens Studien, die gezeigt haben, dass eine Mischung von ortsgebundener Arbeit und Homeoffice optimal sein kann.

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