Wer bis zum Jahr 1952 geboren worden ist und in seinem Berufsleben 45 Beitragsjahre erfüllt hat, kann mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Diese Regelung ist seit Mitte 2014 in Kraft.
Ist man zwischen 1953 und 1963 geboren, erhöht sich das Renteneintrittsalter, mit dem man die Rente ohne Einbußen beziehen kann, schrittweise. Wenn man das Eintrittsalter nicht erfüllt, kann man vorzeitig mit Abschlägen in den Ruhestand gehen.

Wie wirkt sich das auf dem Arbeitsmarkt aus? Aktuellen Zahlen zufolge wählen wesentlich mehr Berufstätige als bei Einführung des neuen Gesetzes erwartet, den Weg ins Rentenalter. 255.000 Anträge sollen den Rentenkassen bereits vorliegen, dadurch könnte  das Thema „Fachkräftemangel“ akuter werden denn je.

Während auf der einen Seite argumentiert wird, dass es sich bei diesem Trend um eine kurzfristige Entwicklung handelt, die sich „auswachsen“ wird, befürchten Gegner der „Rente mit 63“ erhebliche Probleme. Und das nicht nur für die Rentenkassen. Für Unternehmen kann es nämlich durchaus schwierig werden, wenn hoch qualifizierte Mitarbeiter, mit deren Arbeitskraft noch über einen längeren Zeitraum kalkuliert worden war, sich relativ schnell entschließen, die Firma zu verlassen.

Das langfristige Ziel sollte eigentlich sein, ältere Arbeitskräfte länger am Arbeitsmarkt zu halten. In den letzten Jahren hatte die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 50 bis 65 Jahren zugenommen, die Arbeitslosenquote dieser Gruppe lag im Februar 2015 bei 7,6 Prozent. (Die Quote aller Arbeitslosen lag zum gleichen Zeitpunkt bei 6,9 Prozent.)

Was genau passieren wird, kann wohl niemand detailliert voraussagen.

Übrigens:
Arbeitnehmer ab dem Jahrgang 1963 können mit 67 Jahren abschlagfrei in Rente gehen, wenn sie ihre 45 Beitragsjahre erfüllt haben.

 

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