In diesem Jahr scheint es so, dass die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland real von der Rentenerhöhung profitieren können. Denn die Erhöhung der Rentenzahlungen fällt 2015 höher aus, als die derzeit erwartete Preissteigerungsrate von nicht einmal einem Prozent. Im Jahr 2012 zum Beispiel hatte die Preissteigerungsrate über der Rentenerhöhung gelegen, so dass unterm Strich für die Rentner nicht mehr im Portemonnaie gewesen war.

Die Rentenerhöhung wird in diesem Jahr  in Ost und West unterschiedlich ausfallen: Ab dem 1. Juli erhalten die Rentner in den neuen Bundesländern eine Erhöhung von 2,5 Prozent und in den neuen Bundesländern werden 2,1 Prozent mehr auf dem Rentenbescheid stehen.
Bei einer Rente von 1.000 Euro brutto bedeutet diese Erhöhung 25 bzw. 21 Euro brutto monatlich.

Als Grundlage für die Neuberechnung der Renten gilt die Beschäftigungsstatistik. In dieser waren zum Dezember 2014 neben 30.468.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auch 7.531.300 geringfügig entlohnte Beschäftigte erfasst worden.
Im Jahr 2014 hatte eine Revision der Statistik stattgefunden, nach der Menschen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe, in Berufsbildungswerken, in Werkstätten für Behinderte arbeiten oder die ein freiwilliges soziales bzw. ökologisches Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst leisten, in den Kreis der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten einbezogen werden.
Dadurch erhöhte sich die Summe der Beschäftigten, aber das Lohn- und Gehaltsniveau wurde niedriger.

Wer sich noch nicht mit dem Thema Rentenberechnung auseinander gesetzt hat, wird sich vielleicht darüber wundern, dass die Rentenerhöhung den Zusatz „brutto“ trägt.  Das lässt sich ganz einfach erklären: Als Rentner muss man auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und ggf. Steuern zahlen. Von einer gesetzlichen Bruttoaltersrente bleibt nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung rund 1.260 Euro netto, für Betriebs- und Privatrenten gelten noch einmal andere Sätze.

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