Statistiken zufolge endet jedes fünfte Arbeitsverhältnis  in Deutschland während der Probezeit.

Besonders für Arbeitnehmer kann diese Zeit schwierig werden. 
Die einen sehen das Thema „Probezeit“ völlig entspannt, während andere diese tagtäglich als Damoklesschwert über sich schweben sehen und schon mit einem unguten Gefühl zur Arbeit gehen.

Ein Beispiel:

Die Firma XY hat sich für Mark S. als neuen Mitarbeiter entschieden und schließt mit  ihm einen befristeten Arbeitsvertrag.
Der Lebenslauf war einigermaßen akzeptabel gewesen, seine vorgelegten Zeugnisse mittelmäßig, aber der junge Mann hatte letztendlich durch sein kompetentes und sympathisches Auftreten überzeugt. Auch ein Probearbeiten war zur Zufriedenheit aller ausgefallen. Trotz einiger Bedenken wollte der Personalchef ihm in seiner Firma eine Chance geben. Mark S. sollte sich beweisen und dieser gab sein Bestes.

Nicht immer ist das Beste gut genug, in diesem Fall aber schon. Der neue Mitarbeiter erwies sich als zuverlässig, er war interessiert an den betrieblichen Zusammenhängen. Schnell bekam er guten Kontakt zu Vorgesetzten und Kollegen und seine Arbeitsleistung ließ nichts zu wünschen übrig. Mark S. bestand die Probezeit erfolgreich und befindet sich jetzt in einem zunächst befristeten Arbeitsverhältnis mit der Option, dass dieses unbefristet werden kann.

Natürlich hätte es auch anders kommen können und die Zusammenarbeit wäre schnell beendet gewesen. So etwas kann passieren, wenn die eigenen positiven Vorstellungen von der Wirklichkeit unangenehm eingeholt werden.

So wie in diesem Fall:
Marie M. schien DIE perfekte Mitarbeiterin zu sein. Bei ihr stimmte einfach alles. Die fachlichen Kompetenzen waren herausragend, ihr Auftreten tadellos, der Chef war mehr als angetan und sah die Probezeit eigentlich mehr als notwendiges Übel an. Im Lauf der ersten Wochen an ihrem neuen Arbeitsplatz zeigte (es) sich, dass Marie M. sich überhaupt nicht wohlfühlte. Arbeitsmäßig war sie nicht zufrieden, sie konnte keine sozialen Kontakte knüpfen und sie hatte den langen Arbeitsweg völlig unterschätzt. So kündigte sie innerhalb der Probezeit.

Die Probezeit im Arbeitsverhältnis ist als Chance für Arbeitgeber und  Arbeitnehmer zu sehen.
So können beide Seiten „erproben“, ob ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis Sinn machen kann.
Der Arbeitgeber kann Fähigkeiten und Kenntnisse des Arbeitnehmers überprüfen, man wird erkennen, wie gut der oder die Neue in das Team passt und ob alle anderen Eckpunkte stimmen.
Der Arbeitnehmer kann seine künftige Tätigkeit und alles was damit zusammenhängt, kennenlernen und seine Entscheidung treffen.

Fazit:
Die Probezeit ist dafür gedacht, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber herausfinden können, ob man künftig erfolgreich zusammenarbeiten kann und sich wohlfühlt.
Probezeit = Erprobung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Dauer der Probezeit 
Urlaub in der Probezeit
Krankheit in der Probezeit
Kündigung in der Probezeit
Was Arbeitnehmer während der Probezeit beachten sollten

 

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