Wenn wir vom „überzeugen“ reden, ist nicht gemeint, dass man jemanden zu etwas überreden soll, wenn auch viele meinen, dass das das Gleiche ist. Wird jemand überredet, wird er zwar früher oder später seine Meinung (widerwillig) aufgeben, aber wahrscheinlich nicht von der Sache überzeugt sein.

Nehmen wir ein Beispiel, wie man zu etwas überredet werden könnte, was man eigentlich nicht will. Eine Versicherung, die Sie noch nicht haben. Vielleicht sollen Sie fiktiv Ihre Zimmerpflanzen versichern…..
Der Mitarbeiter des Versicherungsunternehmens redet eine geschlagene Stunde auf Sie ein, malt Schreckensszenarien aus, was alles passieren kann, wenn Sie die Versicherung nicht abschließen. Er macht Ihnen ein schlechtes Gewissen, appelliert an Ihr Verantwortungsbewusstsein, lässt Sie kaum zu Wort kommen. Irgendwann geben Sie auf und unterschreiben. Am nächsten Tag fragen Sie sich, warum Sie das eigentlich getan haben, denn Sie sind nicht überzeugt von dieser Versicherung und werden Sie wahrscheinlich widerrufen.

Der Herr hat nämlich die ganze Zeit über seine gesammelten Argumente, die für einen Versicherungsabschluss sprechen, aneinander gereiht ohne auf Ihren Standpunkt, Ihre Ansicht und Ihre Bedenken einzugehen. So etwas führt langfristig meist nicht zum Erfolg.

Überzeugungsarbeit leisten

Sie haben einen Wunsch oder einen Plan, den sie unbedingt durchsetzen wollen. Nehmen wir an, Sie möchten erreichen, dass Ihnen Ihr Chef zwei Tag Urlaub außer der Reihe gibt. Wie fängt man das am besten an?

Meistens wird man vorher Argumente sammeln. Dass man immer zuverlässig und pünktlich ist, dass Kollege XY auch gerade frei hatte, außerdem die Gründe, warum man unbedingt diese Tage wirklich  braucht und noch einiges mehr. Sie.

Jetzt bieten wir Ihnen drei Szenarien:

1) Sie sind sehr relativ sicher, dass der Chef Ihnen diese beiden freien Tage geben wird. Als er Ihnen auf dem Flur begegnet, stürzen Sie auf ihn zu und bringen Ihr Anliegen sofort an den Mann. Sie lassen ihn kaum zu Wort kommen, rattern all Ihre Begündungen herunter und ignorieren seinen genervten Gesichtsausdruck. Als Sie endlich fertig sind, wird Ihr Urlaub abgelehnt und Sie sind gefrustet.

2) Sie raffen all Ihren Mut zusammen und klopfen vorsichtig an die Tür den Chefbüros. Unsicher und langsam gehen Sie auf Ihren Vorgesetzten zu „Öhmm…Entschuldigung….ich wollte fragen….ob ich vielleicht zwei Urlaubstage extra haben könnte….“
Sie ahnen es schon – wahrscheinlich wird man bei solcher Vorgehensweise ein „Nein“ ernten und schleicht deprimiert an seinen Arbeitsplatz.

3) Sie sind selbstbewusst und gut gelaunt, was sich auch in Ihrer Körpersprache auswirkt. Als Sie Ihren Chef sehen, strahlen Sie ihn an und stellen ihm eine positive Frage, die er mit „Ja“ beantworten muss. Vielleicht lächelt er sogar. Jetzt bringen Sie Ihr Anliegen hervor und fragen nach drei Urlaubstagen. Er schaut bedenklich und erklärt, warum das gerade jetzt schlecht aussieht. Natürlich verstehen Sie das, hören ihm zu und haben einen Kompromiss im Gepäck. Sie bieten an, an einem oder zwei Tagen etwas länger zu bleiben und fragen nach wenigstens zwei Urlaubstagen.

Die Entscheidung, welche Methode am sinnvollsten ist, überlassen wir unseren Lesern und freuen uns auf einen Kommentar! Sinnvoll ist es sicher, wenn Sie sich über unser Methode der Initaitivbewerbung informieren.