Ich habe Urlaub. Um genau zu sein, einige wenige weitgehend freie Tage zwischen den Feiertagen. Man könnte sagen, „die Ruhe nach dem Sturm“.  Denn die Weihnachtsfeiertage sind vorbei und ich bin vor der ganzen Silvester-Feierei  geflüchtet. Mein Hund hat nämlich Panik vor den Knallern und mein Mann und ich sind dafür auch so gar nicht zu begeistern.

So haben wir die Großstadt verlassen  und haben für ein paar Tage ein Ferienhaus auf dem Land gemietet. Richtig Natur pur. Dort, wohin sich keine Raketen verirren.  Dass sich auch kaum jemand anders dorthin verirrt, wird sich noch zeigen…….
Das Haus ist einfach eingerichtet, aber wir sind nicht anspruchsvoll und packen aus. Ich habe alles dabei, was frau für eine Woche „Nichtstun“ benötigt. Meinen Laptop, das Smartphone, den E-Bookreader, Bücher und Strickzeug.

Tja, und wie das so ist in der Einsamkeit – es gibt kein W-LAN im Haus.  Schon ein wenig ärgerlich, aber ich verfüge über sämtliche Flats, die man sich denken kann und ein Smartphone ist bekanntlich ein kleiner eigenständiger Computer. Das wäre eine Option gewesen, sich wieder in die Weiten des www zu begeben. Wenn ich Netz hätte. Die Nachfrage beim Vermieter ergibt, dass man durchaus das Internet nutzen könnte, wenn man den richtigen Anbieter hätte. Den habe ich nicht und wir schreiben den zweiten Weihnachtsfeiertag. So kann ich nicht einmal eine alternative Lösung finden.

Ein wenig Ruhe tut mir bestimmt gut, denke ich und bemerke, dass ich Hunger habe. Zum Glück habe ich einige Vorräte mitgebracht und könnte zumindest leckere Spaghetti kochen. Der Konjunktiv soll zu meinem ständigen Begleiter in diesen Tagen werden: „Ich könnte kochen…..“
leider muss ich feststellen, dass sich in der ganzen minimalistischen Küche kein Krümel Salz finden lässt. Einzig eine Dose Kräutersalz mit dem MHD 12/2007 kann ich aus einer Ecke des Schranks hervorfischen.

Ich gebe mich betont gut gelaunt. „Schatz, dann bestellen wir uns eben etwas!“ Mein Mann sieht mich ein wenig merkwürdig an. „Ach ja?! Wie machen wir das ohne Handy und Internet?“ Stimmt, da hat er Recht.
Wir setzen uns ins Auto. Dann gehen wir eben essen. Können Sie sich vorstellen, dass wir im Umkreis von über 10 Kilometern kein einziges Restaurant finden können, das geöffnet hat? Kein Laden im Bahnhof, kein „Späti“ und kein Imbiss.  Eine Tankstelle mit einem Shop könnte unsere letzte Rettung sein. Nach einer weiteren Stunde Sucherei haben wir Erfolg. „Tankstelle mit Bistro und Shop“, das jedenfalls verspricht eine Leuchtreklame. Der „Shop“ besteht aus einigen wenigen Regalbrettern, die arg geplündert aussehen. Immerhin kann ich eine Packung Kaffee ergattern, die allerdings das Doppelte wie im heimischen Supermarkt kostet.  „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“ möchte die Kassiererin wissen.  „Wenn Sie Salz hätten, das würde mich zum glücklichsten Menschen der Welt machen!“ erkläre ich ihr. (Wie bescheiden man werden kann!)
Vielleicht weil noch ein bisschen Weihnachten ist, vielleicht aber auch, weil sie ein sehr sozialer Mensch ist – sie erfüllt mir diesen Wunsch. Aus dem firmeneigenen Vorrat der Mitarbeiter zaubert sie eine Salzpackung hervor und kippt ein wenig davon in einen Pappbecher.

Immerhin ist die erste Mahlzeit gerettet. Ich hoffe, mein Chef verzeiht mir, dass ich in den kommenden Tagen wahrscheinlich nicht online sein kann und demzufolge einige meiner Aufgaben liegenbleiben werden.

Ich stelle im Lauf der Zeit noch fest, dass  ein Föhn, Geschirrhandtücher und Spülmittel, Radio und vieles mehr überbewertet werden. Denn das sind alles Dinge, ohne die ich zumindest die ersten Tage auskommen muss. Immerhin steht mir ein Fernseher in der Größe eines Tablets zur Verfügung. Ich wünsche allen Lesern an dieser Stelle einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Und – erholen Sie sich ein wenig vom Alltagsstress!

Ihre Heidi Initiativia

Vielleicht nutzen Sie einen Teil Ihrer freien Zeit auch dazu, Ihre Bewerbungsunterlagen zu erstellen?! Bei dem Procedere Ihrer Initiativbewerbung nehmen wir Ihnen viel ab! Sehen Sie selbst!