Immer wieder kann man lesen, dass Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung „saisonbereinigt“ gesunken oder gestiegen sind. Außerdem gibt es dann noch die Statistiken zur Arbeitslosenquote.

Was Arbeitslosigkeit ist, dürfte jedem von uns bekannt sein. Was aber ist „Unterbeschäftigung“ und was verbirgt sich hinter dem Begriff „saisonbereinigt“? Und wie berechnet man die „Arbeitslosenquote“?

Grob gesagt spricht man oft von Unterbeschäftigung, wenn es in bestimmten Berufsfeldern mehr Arbeitsuchende als Arbeitsplätze gibt. Bei der ILO wird als Unterbeschäftigung „das partielle Fehlen von Arbeit“ beschrieben. Und – von Unterbeschäftigung kann man auch sprechen, wenn Erwerbstätige gern mehr Arbeitsstunden erbringen würden, als sie es derzeit tun.
Unterbeschäftigung kann unter anderem saisonale Ursachen haben, in persönlichen Kriterien liegen oder auch volkswirtschaftlich bedingt sein.
In der Unterbeschäftigungsquote wird bei der Bundesagentur für Arbeit „die relative Unterauslastung des erweiterten Arbeitskräfteangebots“ dargestellt.

Mit der „Saisonbereinigung“ werden statistisch jahreszeitbedingte Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt ausgeglichen. Beispiel: Im Winter sind witterungsbedingt mehr Menschen aus dem Baugewerbe arbeitslos als im Sommer. Solche Schwankungen werden berechnet, um damit die Arbeitslosenzahlen zu korrigieren. Die Zahlen werden somit saisonbereinigt.

Die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit wird ermittelt, indem man die Zahl der Arbeitslosen durch die Zahl aller zivilen Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Arbeitslose) teilt und das Ganze mit 100 multipliziert.

Und wer wird in der Zahl der Erwerbslosen erfasst? Das wiederum sind Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die sich aktiv um Arbeit bemühen und auch für eine Arbeit zur Verfügung stehen.
Erwerbstätig ist, wer mehr als eine Stunde wöchentlich gegen Bezahlung arbeitet. (Definition: International Labour Organization „ILO“ –  auf dieser Grundlage erhebt das Statistische Bundesamt seine Zahlen.)

Die Bundesagentur für Arbeit meldet per 31.08.2015 eine Arbeitslosenzahl von 2.796.000 Personen, die Arbeitslosenquote lag bei 6,4 Prozent.
Nach dieser Meldung hat sich die Zahl der Unterbeschäftigung um 7.000 Personen verringert, in Unterbeschäftigung befanden sich 3.586.000 Personen.

 

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