Im Rahmen einer Arbeitskräfteerhebung durch das Statistische Bundesamt kam zu Tage, dass rund drei Viertel der Erwerbstätigen gern mehr bzw. länger arbeiten würden.

Rund 2,9 Millionen der Erwerbstätigen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren würden gern im Durchschnitt 11,3 Stunden wöchentlich länger arbeiten.
Wie kommt diese Zahl zustande, wo man doch von vielen Menschen hört, dass sie ihrer eigenen  Meinung nach zu wenig Freizeit haben?

Die Gruppe der Personen, die in dieser Statistik als unterbeschäftigt gelten, setzen sich aus 1,3 Millionen Vollzeittätigen und 1,6 Millionen Teilzeitbeschäftigten zusammen. Diejenigen, die in Teilzeit arbeiten, würden gern ihre wöchentliche Arbeitszeit um 14,7 Stunden erhöhen. Bei den Vollzeitbeschäftigten sind es 7,1 Stunden.

In der Arbeitskräfteerhebung wird danach gefragt, ob die Befragten gern ihre derzeitige Wochenarbeitszeit mit einer Gehaltsanpassung erhöhen würden und ob es ihnen möglich wäre, innerhalb der kommenden zwei Wochen diese Arbeitszeiterhöhung umzusetzen.

Von den Teilzeitbeschäftigten, die gern mehr arbeiten würden, sind übrigens 73,1 Prozent Frauen.

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch knapp eine Million Erwerbstätige, die gern ihre wöchentliche Arbeitszeit reduzieren und dafür Gehaltseinbußen in Kauf nehmen würden. Diese überbeschäftigt Erwerbstätigen könnten sich vorstellen, im Durchschnitt 11,5 Stunden weniger zu arbeiten. (Von den 915.000 dafür infrage kommenden Beschäftigten gingen im Jahr 2014 allerdings 823.000 einer Vollzeitbeschäftigung nach.)

Rechnet man diese Ergebnisse hoch, kommt man zu dem Ergebnis, dass es ein ungenutztes Arbeitspotential von 22,6 Millionen Arbeitsstunden wöchentlich gibt, was ca.  566.000 Vollzeitstellen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden entsprechen würde.

 

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