Vom IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) wurden im Bericht 7/2015 zentrale Arbeitsmarktthemen aufgegriffen.

Die Arbeitslosigkeit ist stark gesunken, dennoch bleiben Problembereiche, an denen gearbeitet werden muss.
Eines dieser Probleme ist die Langzeitarbeitslosigkeit, hier stagniert die Zahl der Personen, die sich in dieser Situation befinden. Maßnahmen wie Qualifikationen und/oder Beschäftigung in „atypischen Beschäftigungsverhältnissen“ könnten eventuell Abhilfe schaffen. Als „atypische Beschäftigungsverhältnisse“ versteht man unter anderem Teilzeitbeschäftigungen, geringfügige Beschäftigungen und  befristete Arbeitsverhältnisse, sowie Leiharbeit und Solo-Selbständigkeit. Sie stehen im Gegensatz zum „Normalarbeitsverhältnis“.

In der Studie werden unter anderem Teilzeitbeschäftigungen und geringfügige Beschäftigungen regional verglichen.
Bei den Teilzeitbeschäftigen betrug der Anteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigungen per 30.6.2014 in Ostdeutschland 27,1 Prozent und in Westdeutschland 25,6 Prozent.
Unterteilt nach Kreisen wurden eklatante Unterschiede beobachtet. Die Zahl der Personen in Teilzeitbeschäftigungen bewegte sich zwischen 18 und 35 Prozent.

Im Westen Deutschland arbeiten rund 27 Prozent der Beschäftigten auf geringfügiger Basis, während es in Ostdeutschland im Schnitt nicht einmal 16 Prozent sind.

Von den Beziehern der Grundsicherung, die vor ca. 10 Jahren eingeführt worden ist, gilt nur ca. die Hälfte als arbeitslos und steht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die verbleibenden 50 Prozent haben Erwerbstätigkeiten, stehen aus gesetzlich anerkannten Gründen nicht  zur Vermittlung zur Verfügung oder befinden sich in Fördermaßnahmen.
Bei den Erwerbstätigen aus dieser Gruppe reicht das Einkommen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zur Sicherung des eigenen Lebensunterhaltes aus und muss aufgestockt werden.

Berufliche Weiterbildung, Qualifikationen und andere begleitende Maßnahmen könnten helfen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen abzubauen. Denn immer wieder zeigt sich, dass – je geringer die Qualifikation bzw. die schulische Bildung ist -, desto niedriger auch die Chance ist, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Zahlreiche Förderprogramme sollen auch Arbeitgebern die Teilnahme an solchen Maßnahmen schmackhaft machen.
Durch das Sonderprogramm „Förderung der Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU) kann zum Beispiel die die betriebliche Weiterbildung von Geringqualifizierten und Beschäftigten in kleinen und mittleren Betrieben gefördert werden.

 

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