5.800 Beschäftige wurden vom DGB zu ihren Arbeitsbedingungen befragt, Schwerpunkt der Befragung war die Arbeitszeitgestaltung. Die Ergebnisse daraus wurden kürzlich im „DGB-Index Gute Arbeit“ vorgestellt.
Insgesamt 42 Einzelfragen aus verschiedenen Gebieten (zum Beispiel Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, emotionale und körperliche Anforderungen, Angemessenheit des Einkommens etc.) wurden gestellt.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass sich die meisten Arbeitnehmer wünschen, dass sich die Arbeitszeiten an ihren jeweiligen Lebensphasen orientieren. So würden es Arbeitnehmer ab 55 gern sehen, wenn sich ihre Arbeitszeit schrittweise reduzieren würde. Über die Hälfte der Befragten, nämlich 57 Prozent gehen davon aus, dass sie unter den jetzigen Bedingungen ihre Tätigkeit nicht bis zur Rente ausüben können.

87 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich stark mit ihrer Arbeit identifizieren können, wobei 56 Prozent über hohen Arbeitsdruck klagten und 62 Prozent mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten.

Die Idee einer „lebensphasenorientierten Gestaltung“ von Arbeitszeiten wurde in den Raum gestellt, was einer flexiblen Arbeitszeit entsprechen würde. Vorstellbar wäre zum Beispiel eine Absenkung der Arbeitszeit aus familiären Gründen, zur Weiterbildung oder eben zum Übergang ins Rentenalter.

Viele Einzelauswertungen der Befragung lassen Rückschlüsse zu:
Gefragt wurde zum Beispiel nach der Möglichkeit, kurzfristig einen Tag frei zu nehmen. 54 Prozent der Befragten war dies in hohem Maß möglich, während 29 Prozent diese Möglichkeit überhaupt nicht haben. Diejenigen, die – wenn es erforderlich ist – kurzfristig frei nehmen können, fühlen sich deutlich weniger bei der Arbeit gehetzt, als diejenigen, die diese Option nicht haben.

Eine weitere Frage war, wie viel Arbeitnehmer auch ständig außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar sein müssen. Bei 12 Prozent der Befragten war dies sehr häufig der Fall, bei 11 Prozent „oft“, bei 29 Prozent „selten“ und bei 48 Prozent „nie“. Diejenigen, die auch in der Freizeit vom Betrieb kontaktiert werden, fühlten sich deutlich gestresster als die anderen Gruppen.

Wertschätzung durch die Vorgesetzten war ein weiteres Thema, 67 Prozent fühlen sich in hohem bzw. sehr hohem Maß wertgeschätzt, 8 Prozent gar nicht und 25 Prozent nur in geringem Maß.

Beschäftige, deren Arbeitsbedingungen nach der Auswertung der Befragung für gut befunden worden waren, würden übrigens zu 94 Prozent auch dann ihren Arbeitsplatz nicht wechseln, wenn sich die Gelegenheit bieten würde.

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