Nach den neusten Zahlen, die das IAB veröffentlicht hat, ist die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2014 rund 3 Millionen höher gewesen als im Jahr 1991. Aus den Statistiken ist ersichtlich, dass dieser Zuwachs ausschließlich durch Arbeitsplätze von Frauen entstanden ist.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen hat nämlich um 21 Prozent zugenommen, bei den Männern nahm sie sogar um 1,3 Prozent ab. Somit betrug der Anteil der abhängig beschäftigten Frauen 49,2 Prozent.


Allerdings beziehen sich die vorgenannten Zahlen nur auf die Zahl der Arbeitsplätze, nicht aber auf das
geleistete Arbeitsvolumen.  
(Als Arbeitsvolumen bezeichnet man das Produkt aus Arbeitszeit und Personen). Dieses Arbeitszeitvolumen der Frauen  lag im vergangenen Jahr bei 41 Prozent.

Wie lässt sich das erklären?
Ganz einfach – Frauen sind mehr in Teilzeit tätig als Männer. Zwar hat die Zahl der Teilzeitbeschäftigten bei den Männern ebenfalls zugenommen, allerdings sind es andere Gründe, nicht in Vollzeit zu arbeiten.  Warum arbeiten Männer in Teilzeit? Die meisten gaben an, dass sie keine Vollzeitarbeitsstelle finden konnten oder aber neben Studium oder Schule tätig sind.

Bei den Frauen sind es oft familiäre Gründe, die es nicht zulassen, dass sie voll ins Berufsleben einsteigen können. Sei es Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen oder aber andere familiäre Gründe. Oftmals ist gerade bei älteren Arbeitnehmerinnen eine mangelnde Qualifikation für die Teilzeitarbeit ausschlaggebend.

Was wurde in der Erhebung der IAB unter „teilzeitbeschäftigt“ erfasst?  Zuerst einmal natürlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Beamte in Teilzeit, gefolgt von „Minijobbern“ (Arbeitslohn unter 450,– Euro) und den so genannten 1-Euro-Jobbern.

Der Wunsch vieler Teilzeitbeschäftigter wäre es zwar, mehr Stunden als derzeit zu arbeiten, allerdings wird eine Vollzeitbeschäftigung häufig nicht angestrebt. Schwierig ist es oftmals auch, nach einer Teilzeitbeschäftigung (gerade in Führungspositionen) zu einer Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren oder in eine Vollzeitbeschäftigung zu gelangen.

Nach wie vor gibt es vielfach eine klassische Rollenverteilung, wie das „Einverdienermodell“ oder aber der Mann arbeitet in Vollzeit und die Frau in Teilzeit.

 

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