Die Technik macht es möglich: Wir sind rund um die Uhr erreichbar. Immer und überall und für jeden – sofern wir das wünschen und zulassen. Der ständige Blick auf das Handy ist bei vielen Menschen schon nahezu zwanghaft. Man könnte etwas verpassen oder es könnte wichtig sein, wird argumentiert.

Das kann im privaten Bereich schon anstrengend werden, gilt aber auch immer mehr für den Job. Dabei handelt es sich nicht „nur“ um Anrufe, sondern auch um E-Mails oder Nachrichten über soziale Netzwerke.

So kann es passieren, dass der Ehemann und Vater im Urlaub mehr Zeit mit seinem Smartphone verbringt als mit seiner Familie. Macht das Sinn und muss das sein? 

Stimmt bei Ihnen die Work-Life-Balance nicht? Dann sollten Sie sich vielleicht einen neuen Arbeitgeber aussuchen! Wir helfen Ihnen dabei! 

Gesetzliche Regelungen für Erreichbarkeit in der Freizeit

Im Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetz ist geregelt, dass dienstliche Tätigkeiten in der Freizeit zeitlich oder finanziell angerechnet werden müssen. 60 Prozent der Arbeitnehmer gaben einer Untersuchung an, dass sie in der Freizeit erreichbar sein müssen. Theoretisch müsste in solchen Fällen vereinbart werden, wie diese Zeiten geregelt und vergütet werden. Das ist leider oft nicht der Fall.

24-Stunden-Job

Es gibt durchaus Fälle, wo von Arbeitnehmern nahezu eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit erwartet wird. Und es gibt Fälle, in denen Arbeitnehmer dem auch nachkommen. Da wird zwischendurch nach Feierabend der eine oder andere Anruf getätigt, die Mails werden gecheckt und bearbeitet oder man diskutiert ein Problem über soziale Netzwerke. In der Summe der Dinge mag das nur wenige Minuten bzw. kurze Zeit in Anspruch nehmen. Aber es bedeutet, dass ein Arbeitnehmer nicht abschalten kann und unter Umständen seiner gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeitregelung nicht nachkommen kann. Einer Befragung der Universität Kassel zufolge kommen bei zwei Dritteln der Angestellten so stattliche 46 Minuten zusammen.

Work-Life-Blending

Das so genannte Work-Life-Blending (das Verschmelzen von Arbeits- und Freizeit) ist auf dem Vormarsch. Wer das praktizieren will, muss aber von starren Regeln abweichen. Man kann nicht gleichzeitig einen festen 8-Stunden-Tag absolvieren und kontrollieren und in der restlichen Zeit des Tages immer mal wieder arbeiten. Wenn Arbeitnehmer flexibler werden sollen/müssen, dann müssen Arbeitgeber von festen Arbeitszeiten abweichen können und ihren Mitarbeitern vertrauen. (Wer will und kann schon per Stechuhr jede gearbeitete Minute erfassen?)

Arbeitszeit- und Freizeittrennung

Es gibt allerdings auch Stimmen, die sagen, dass in der betrieblichen Organisation etwas schief läuft, wenn Chefs bei den Mitarbeitern auf Freizeitkontingente zurückgreifen müssen. Und es gibt Arbeitgeber, die für die Freizeit ihrer Mitarbeiter sorgen. So werden in einem Großunternehmen die Mailserver kurz nach Feierabend ausgeschaltet und erst eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn wieder hochgefahren.
Oder in einer anderen Firma werden Mails, die während der Abwesenheitsschaltung eines Mitarbeiters an ihn adressiert werden, sofort gelöscht.

Fazit: Jedes Unternehmen setzt eigene Schwerpunkte, die aber aus Eigeninteresse das Ziel haben sollten, dass die Arbeitnehmer gesund und arbeitsfähig bleiben. Natürlich kann und muss jeder Arbeitnehmer für seine eigene Gesundheit sorgen. Wir haben ein paar Tipps für Sie!