Fast jeder von uns weiß mittlerweile, wie langwierig und schwierig es für Asylbewerber sein kann, bei uns zu arbeiten bzw. arbeiten zu dürfen. In den ersten drei Monaten des Aufenthaltes in Deutschland gilt für Asylsuchende und geduldete Flüchtlinge ein absolutes Beschäftigungsverbot. Erst danach kann ggf. eine Arbeitserlaubnis mit Vorrangprüfung erteilt werden.

Deutschlandweit gibt es Projekte, um Asylbewerber an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Denn für Asylsuchende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit muss möglichst schnell mit der Integration begonnen werden. Nach der sprachlichen Qualifikation stehen (Aus)bildung und Beschäftigung an vorderster Stelle, um den Weg in ein neues, normales Leben zu finden.

Hier zwei Beispiele:
In Werdau in Sachsen wurden zum Beispiel  12 Plätze im Projekt „Arbeitsgelegenheit für Asylbewerber“ geschaffen. Die Finanzierung erfolgt über eine private Initiative, den Asylheimträger und die Stadt. Der Einsatz erfolgt In der Fahrradwerkstatt, im Garten- und Landschaftsbau, in der Lehrküche oder in den Bereichen Elektro, Metall oder Schweißen.
Die „Esslinger Beschäftigungsintitiative“ (ESI) bietet 30 Asylsuchenden bis zu 80 Stunden im Monat die Möglichkeit zu gemeinnützigen Tätigkeiten mit  einem Stundenlohn von 1,05 Euro. (Außerdem werden Fahrtkosten erstattet und Sicherheitsschuhe gestellt.) Die Finanzierung erfolgt ohne öffentliche Gelder.
Vielfach werden Patenschaften für Asylbewerber von engagierten Bürgern übernommen, sei es zur Begleitung bei Behördengängen, zur Vermittlung von Deutschkenntnissen und vielem mehr.  Wer helfen will, findet dazu viele Möglichkeiten.

Welche Begriffe sollte man kennen?

  • Als „asylsuchend“ gilt man ab dem Zeitpunkt der Einreise,
  • „Asylbewerber“ ist, wer einen Asylantrag gestellt hat.
  • „Geduldet“ sind diejenigen Personen, über deren Asylantrag negativ entschieden worden ist, die aber nicht abgeschoben werden können und
  • „asylberechtigt“ ist man, wenn über diesen Antrag positiv entschieden wurde.

Geduldete und Asylbewerber benötigen eine Arbeitserlaubnis, die durch die jeweilige Ausländerbehörde erteilt wird. Zur Arbeitsaufnahme während der ersten vier Jahre des Aufenthaltes in Deutschland ist außerdem die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit für einen konkreten Arbeitsplatz notwendig, damit die so genannte Vorrangprüfung erfolgen kann.

Derzeit wird über Lockerungen dieser Bestimmungen diskutiert, wie zum Beispiel die Abschaffung der Vorrangprüfung oder eine schnellere Erteilung der Arbeitserlaubnis.

 

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