Früher konnten und durften geduldete Ausländer und Asylbewerber lange Zeit nach ihrer Ankunft nicht arbeiten, so gerne sie es auch gewollt hätten. Flüchtlinge können heute schon wesentlich eher auf dem Arbeitsmarkt integriert werden. Dazu werden aber sicher zumindest Grundkenntnisse der deutschen Sprachen notwendig sein.

Mittlerweile ist es Einwanderern möglich, nach einer Wartezeit von nur drei Monaten dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen.
Für qualifizierte Fachkräfte soll wohl außerdem die so genannte Vorrangprüfung entfallen, nach der Asylbewerber nur dann arbeiten dürfen, wenn vergeblich versucht worden ist, für die betreffende offene Stelle einen EU-Bürger oder eine(n) Bewerber/Bewerberin mit deutscher Staatsangehörigkeit zu finden.

Nach den vorgenannten drei Monaten kann bei den zuständigen Behörden der Antrag auf einen „Aufenthaltstitel“ gestellt werden, es gibt vier verschiedene Aufenthaltstitel:

  • Die Aufenthaltserlaubnis (befristeter Titel)
  • Blaue Karte EU (befristet)
  • Niederlassungserlaubnis (unbefristet)
  • Erlaubnis zum Daueraufenthalt EU (unbefristet)

Die Voraussetzungen für alle Titel sind zunächst, dass ein gültiger Pass vorhanden sein muss, der Lebensunterhalt während des Aufenthalts gesichert ist und dass es keinen Ausweisungsgrund gibt.
Welcher Titel unter welchen Voraussetzungen erteilt wird, ist im Aufenthalts-Gesetz geregelt.

Bei der heute stattfindenden Ministerpräsidentenkonferenz wird die Flüchtlingspolitik ein großes Thema sein, dabei wird auch ein besserer Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt diskutiert werden.
Es gibt nämlich im Kreis der Asylbewerber zahlreiche gut bis hoch qualifizierte Fachkräfte, die dazu beitragen könnten, den Fachkräftebedarf in Deutschland zu decken. Ebenso kann die Zuwanderung eine gute Chance sein, dem demografischen Wandel entgegen zu wirken.

Auch in der Koalitionsrunde von SPD und Grünen war die Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge thematisiert worden.
2014 war in Deutschland die höchste Anzahl von Asylanträgen seit 22 Jahren verzeichnet worden, rund 173.000 Erstanträge wurden entgegen genommen.

Verschiedenen Hochrechnungen zufolge ist in diesem Jahr mit einer hohen Anzahl von Asylanträgen zu rechnen: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prognostiziert ca. 300.000 Anträge, während andere Vermutungen bis zu 550.000 Asylanträge kalkulieren.

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