Die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann Stiftung zur Erhebung der Beschäftigungsquote im Jahr 2012 (im Vergleich zum Jahr 2006) bei Frauen wurden am Mittwoch veröffentlicht. In die Quote einbezogen wurden Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren, die an ihrem Wohnort einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgingen.

In 295 Landkreisen und 106 kreisfreien Städten war nachgefragt worden.

Mit dem Resultat, dass es  einen gravierenden Unterschied im Beschäftigungsstatus zwischen Ost und West gab. (Diese Differenz existiert übrigens seit dem Mauerfall vor 25 Jahren und hat sich seit dem Vergleichsjahr 2006 nicht abgebaut, sondern weiter erhöht.)
Während im Osten die Beschäftigungsquote 2012 bei Frauen bei 57,9 Prozent lag, waren es im Westen nur 50,9 Prozent. Grundsätzlich stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aber an: Im Westen betrug die Beschäftigungsquote im Jahr 2006 nur 45,8 Prozent, während es im Osten schon damals 50,9 Prozent waren.

Im Ländervergleich belegt Sachsen mit einer Quote von 58,5 Prozent den ersten Platz, während das Saarland mit 47,2 Prozent das Schlusslicht bildet.

Als eine der Ursachen für diese gravierenden Unterschiede wird unter anderem die familiäre Prägung in Ost und West bezeichnet. Während es früher in den neuen Bundesländern zum Alltag dazu gehörte, dass beide Partner in einer Beziehung (auch mit Kindern) erwerbstätig waren, wurde in den alten Bundesländern mehr das „Ein-Verdiener-Modell“ praktiziert.
Nicht zu vergessen ist außerdem, dass in dieser Studie ausschließlich Frauen mit sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten erfasst wurden, viele Frauen aber in Minijobs tätig sind und/oder sich in Familienzeit befinden.

Übrigens:
Bundesweit liegt die Beschäftigungsquote für Frauen bei 51, 8 Prozent und bei den Männern sind es 59,2 Prozent.

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