Die nahezu anhaltend positive Entwicklung des Arbeitsmarkts zeigt Auswirkungen. Jahreszeitbedingt waren die Arbeitslosenzahlen zwar um 61.000 auf 2.773.000 Menschen gestiegen, aber diese Zahl lag immer noch 99.000 unter der Arbeitslosenzahl im Vorjahr.

Immer wieder zeichnet sich aber ab, dass eine höhere Arbeitslosigkeit oft mit einer geringeren Schul- und Ausbildung einhergeht. So gewinnen auch betriebliche Weiterbildungen immer mehr an Stellenwert. Nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Arbeitgeber.

Bei einer betrieblichen Weiterbildung trägt der Arbeitgeber die entstehenden Kosten. Solch eine Maßnahme kann betriebsintern ortsgebunden im Betrieb stattfinden. Denkbar sind aber auch Seminare, Kurse oder Fortbildungen, die extern stattfinden. Hierfür wird der Arbeitnehmer ohne finanzielle Einschränkungen für ihn ganz oder teilweise von der Arbeit freigestellt.

Was ist der Vorteil bei einer betrieblichen Weiterbildung für die jeweilige Firma?
Ganz einfach: Qualifizierte Mitarbeiter kommen aus den eigenen Reihen, die Bindung zum Arbeitgeber wird erhöht. Der Marktvorteile gegenüber Mitbewerbern werden durch besser qualifizierte Mitarbeiter erhöht, ebenso die Kundenzufriedenheit.

Ein neuer Schwerpunkt vieler Chefs liegt mittlerweile darin, das Potential ihrer Mitarbeiter zu erkennen und zu fördern. Vielleicht hat ein langjähriger Angestellter andere oder höhere Fähigkeiten, als er bei seiner derzeitigen Tätigkeit bisher einsetzen konnte? Es kann andererseits sein, dass ein Mitarbeiter in seiner Arbeit unterfordert ist und morgens schon recht unglücklich am Arbeitsplatz erscheint. Oder andersherum: Jemand ist völlig gestresst und droht deshalb zu erkranken. Nach einer Weiterbildung können Einsatzmöglichkeiten an anderen Stellen bestehen. Manchmal bewirkt solch eine Umstrukturierung wahre Wunder.

Das  Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat rund 16.000 Firmen befragt. Danach unterstützten im ersten Halbjahr 2014 über die Hälfte aller Betriebe deutschlandweit die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Es scheinen sich nach dieser Erhebung allerdings höher qualifizierte Mitarbeiter deutlich mehr für Weiterbildungsangebote zu interessieren, als Arbeitnehmer mit einfachen Tätigkeiten.

Besonders kleine und mittlere Betriebe können übrigens bei der Bundesagentur für Arbeit Fördermittel aus dem  Programm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU) beantragen.

*Foto: © Coloures-pic